
Fürstliche Familie Schwarzenberg
Fürstenhaus Schwarzenberg
Nil Nisi Rectum - Nichts als Recht
Das Fürstenhaus Schwarzenberg entstammt der fränkischen Familie von Seinsheim und benannte sich vor etwa 600 Jahren nach einer erworbenen Burg im Steigerwald, die sich bis heute noch im Familienbesitz befindet. Über die Jahrhunderte gelang es den Schwarzenbergs nicht nur Güter in Österreich, Böhmen sowie in Süd- und Westdeutschland zu erwerben, sondern auch ein wichtiger Teil der europäischen Geschichte zu werden. Die Familie stellte viele einflussreiche Staatsmänner, Feldherren, Kirchenmänner und Grundeigentümer. Über Generationen schafften sie es, ihre Güter und Titel innerhalb des weitverzweigten Familienverbandes erfolgreich zu vererben und so ihre Besitzungen und Würden zu bewahren und zu erweitern. Auf diesem Wege gelang es unter dem Grafen Johann Adolf zu Schwarzenberg, die alten Familienzweige wieder zu verbinden und die Besitzungen in der Steiermark und in Franken mit den seinen in Westdeutschland zu vereinen. Diese Vereinigung sowie die Erwerbungen in Böhmen und die treuen Dienste am Kaiserhaus machten es ihm möglich, das Haus Schwarzenberg im Jahre 1670 in den Fürstenstand zu führen.
Fürst Johannes ist heute Chef des Hauses Schwarzenberg, das nach wie vor in Böhmen, Franken und Österreich ansässig ist.
Der Stammvater
Als Begründer des Hauses Schwarzenberg gilt Erkinger I. von Seinsheim (1362-1437). Zwischen 1405 und 1421 erwarb er die Burg Schwarzenberg in Mittelfranken und verlegte den Familiensitz auf die mächtige Steigerwaldfestung, an deren Fuße die Stadt Scheinfeld liegt. Zwischen 1420 und 1431 agierte Erkinger I. als Feldhauptmann des Kaisers Sigismund, dessen kaiserlicher Rat er auch war, gegen die Hussiten. Zum Dank wurde er 1429 zum Frei- und Bannerherr ernannt und begann den Namenszusatz Herr zu Schwarzenberg zu führen. Seine Kinder nannten sich noch Herren von Seinsheim und Freiherren zu Schwarzenberg, die Enkelkinder jedoch legten den Namen Seinsheim ab und führten nur noch den Namen Schwarzenberg.
Bekannte Familienmitglieder
Eines der bekanntesten Mitglieder der Familie war Johann der Starke (1463 – 1528). Er verfasste die humanistische und vom römischen Recht geprägte „Constitutio Criminalis Bambergensis“ (auch „Bambergische Peinliche Halsgerichtsordnung“), welche die Basis des ersten allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches bildete. Johann Freiherr zu Schwarzenberg war Statthalter des Reichs unter Kaiser Karl V. und einer der ersten Befürworter Martin Luthers – daher findet sich auch das Schwarzenberg´sche Wappen in der Schlosskirche zu Wittenberg wieder.
Mit Graf Adolf zu Schwarzenberg (1551-1600) stellt die Familie einen bedeutenden Heeresführer der Osmanenkriege. Seinen größten Triumph feierte er mit der Rückeroberung der gefallen Festung Raab/Győr in Ungarn. Ihm zum Dank wurden die bis heute bestehenden, mit seinem Namen versehenen Raaberkreuze in weiten Teilen des Reichs aufgestellt. Adolf wurde daraufhin im Jahre 1599 in den Grafenstand erhoben und erhielt in Erinnerung an die Eroberung Raabs von den Osmanen die wohl berühmteste Erweiterung des Familienwappens: ein Rabe, welcher einem Türkenkopf das Auge auskratzt, begleitet von einer Helmzier in den kaiserlichen Farben.
Der bekannteste Spross aus dem Haus Schwarzenberg war der ruhmreiche Feldmarschall Fürst Karl I. Philipp (1771-1820). Der Kampf gegen Frankreich sollte sein militärisches und diplomatisches Leben prägen. Als Botschafter wurde er vom Kaiser nach St. Petersburg und Paris entsandt. Als österreichischer Botschafter in Paris leitete er im Jahre 1810 auch die Verhandlungen über die Eheschließung Napoleons mit Erzherzogin Marie-Louise, einer Tochter Kaiser Franz I. von Österreich. Fürst Karl I. Philipp kehrte später wieder in den Militärdienst zurück, wo er große Erfolge erringen konnte – zahlreiche Denkmäler wurden ihm zu Ehren errichtet und Plätze nach ihm benannt. Als Oberbefehlshaber der verbündeten Heere in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 besiegte er die Truppen Kaiser Napoleons, und fügte ihnen dadurch eine so schwere Niederlage zu, dass die alliierten Truppen schließlich bis Paris marschierten und Napoleon zur Abdankung gezwungen war. Für seine Erfolge in den zahlreichen Schlachten verbesserte Kaiser Franz sein Wappen und ergänzte es um den Schild Habsburg-Lothringens mit aufgerichtetem Schwert. In den anschließenden Friedensjahren war Fürst Karl I. als Präsident des Hofkriegsrates tätig. Der Feldmarschall ist auch der Begründer der Sekundogenitur, des zweiten und jüngeren fürstlichen Familienzweigs, mit Sitz auf Schloss Orlík und direkter Vorfahre der heute lebenden Schwarzenbergs.
Die wohl herausragendste Generation der Familie bildeten die Söhne der Gebrüder Fürst Joseph II. (1769-1833) und Fürst Karl I. Philipp (1771-1820). In der Primogenitur, dem älteren Familienzweig, waren dies die Brüder Fürst Johann Adolf II., Ministerpräsident Prinz Felix und Kardinal Prinz Friedrich. Fürst Johann Adolf II. (1799-1888), der auch als Fürst unter den Landwirten bezeichnet worden ist, war ein erfolgreicher Wirtschaftsführer in der Zeit der Grundentlastung. Er bemühte sich in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Bierbrauerei und Bergbau um Modernisierung und um Anwendung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Der Ministerpräsident Prinz Felix zu Schwarzenberg (1800-1852) beendete die Revolution der Jahre 1848/49 und bereitete das System des Neoabsolutismus unter Kaisers Franz Joseph vor. Prinz Felix setzte sich außerdem für die Reform des Deutschen Bundes unter österreichischer Führung und dessen defensive Ausrichtung ein. Ebenso entschlossen brachte Prinz Felix zahlreiche Reformen auf den Weg. Trotz einiger Querelen anerkannte Kaiser Franz Joseph, dass Prinz Felix der erfolgreichste und bedeutendste Politiker seiner Regentschaft war. Der jüngste Bruder Prinz Friedrich (1809-1885), wurde 1835, im Alter von 26 Jahren, Erzbischof von Salzburg und 1850 Erzbischof von Prag. 1842 wurde er in Rom zum Kardinal kreiert. Als Anführer der Opposition beim Ersten Vatikanischen Konzil im Jahr 1869, bei dem das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes beschlossen wurde, wurde Kardinal Friedrich allgemein bekannt.
Parallel stechen die direkten Vettern in der Sekundogenitur, welches ebenfalls drei Brüder waren, militärisch und politisch hervor. Generalmajor Fürst Friedrich (1799-1870), genannt der Lanzknecht, war höchstrangiger Offizier in verschiedensten Kriegen von Algerien bis Galizien, oder im Schweizer Sonderbundskrieg. Fürst Friedrich trug auch als Schriftsteller zur deutschen Literatur unter dem Pseudonym Fidibus Schnitzel bei. Sein Bruder Feldzeugmeister (General der Kavallerie) Prinz Karl II. (1802-1858), der schon früh von seinem Bruder Fürst Friedrich die Majoratsrechte übertragen bekommen hatte, war Zivil- und Militär-Gouverneur der Lombardei und später von Siebenbürgen. Prinz Edmund (1803-1873) war der letzte im 19. Jahrhundert ernannte österreichische Feldmarschall.
Die Zeit des Nationalsozialismus war ein schwerer Einschnitt in die Biografien der Familienmitglieder. Darunter war auch Dr. Johannes Prinz zu Schwarzenberg (1903-1978). Er war österreichischer Diplomat und zur Zeit des „Anschlusses“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich in der Botschaft in Berlin tätig. Mit knapper Not konnte er, nachdem er vor einer Verhaftung gewarnt wurde, noch über Brüssel und Paris bis nach Genf fliehen. Dort baute er als Direktor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) eine Lebensmittelaktion für vorwiegend jüdische KZ-Häftlinge auf. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gelang es etwa 30.000 Ghettobewohner vor der Deportation aus Budapest zu retten, indem das IKRK unter seiner Führung diesen Personen Reisepässe ausstellte. Für seine Verdienste um das Jüdische Volk wurde Prinz Johannes im Jahr 2018 von der Israelischen Regierung und zahlreichen jüdischen Organisationen geehrt – unter anderem wurde ihm eine Briefmarke gewidmet. In der Zweiten Republik war Prinz Johannes wieder als österreichischer Diplomat tätig und war unter anderem Botschafter in Rom, London und im Vatikan.
Enteignungen und Restitutionen
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Gründung der Nachfolgestaaten der alten Reiche, waren die Besitzungen des Hauses Schwarzenberg nun auf drei Staaten aufgeteilt. Der Großteil befand sich in der Tschechoslowakischen Republik, wo im Zuge einer Bodenreform 1919 zwei Drittel des gesamten Grundbesitzes vom Staat enteignet wurde. Bis zum Ende der 1930er Jahre konnten die verbliebenen Schwarzenberg´schen Betriebe wieder saniert und gewinnbringend weitergeführt werden.
Die Zeit des Nationalsozialismus war für das Haus Schwarzenberg ein weiterer, noch größerer Einschnitt, der plötzlich alles änderte – wirtschaftlich und persönlich. Durch die Ablehnung der nationalsozialistischen Ideologie sah sich der Chef der älteren Frauenberger Linie Fürst Dr. Adolf (1890-1950) veranlasst, Vorkehrungen zu treffen, um sich selbst in Sicherheit zu bringen – zuerst nach Italien, später in die USA. Der Anschluss der Sudetengebiete brachte gehörige Schwierigkeiten in den Alltag der Schwarzenberg´schen Betriebe. Die einst zusammenhängenden böhmischen Besitzungen waren nun auf das Sudetenland sowie das Protektorat Böhmen und Mähren aufgeteilt und durch eine neue Grenze getrennt. Fürst Adolf setzte vor der Flucht seinen Vetter Prinz Dr. Heinrich (1903-1965) als Generalbevollmächtigen ein. Diesem war es somit auferlegt, Verhandlungen mit den Nationalsozialisten zu führen, an deren Ende eine vollständige Beschlagnahme aller Besitzungen stand. Der gesamte Schwarzenberg´sche Grundbesitz sowie die Betriebe wurden der GESTAPO zur Verwaltung übergeben und von dieser weiter als der historisch zusammengewachsene Betrieb, der er war, weitergeführt. Prinz Heinrich wurde im Oktober 1943 auf persönlichen Befehl Heinrich Himmlers verhaftet und verbrachte vier Wochen in verschiedenen Gefängnissen, um schließlich in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt zu werden. Am 21. August 1944 wurde er – wieder auf persönlichen Befehl Himmlers – aus dem KZ Buchenwald entlassen und war bis Kriegsende als „Dienstverpflichteter“ einer Linzer Fabrik zugeteilt. Dort schloss er sich einer Widerstandsgruppe an, die die Zerstörung der Fabrikanlage durch die SS verhindern konnte, indem sie die Sprengladungen in die Donau warfen.
Auch die Sekundogenitur blieb nicht von den Machenschaften der Nationalsozialisten verschont. Als die Okkupation der Sudetengebiete durch das Deutsche Reich drohte, begab sich der damalige Chef der Orlíker Linie Dr. Karl VI. Fürst zu Schwarzenberg mit einer Gruppe führender Adliger zum Tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Beneš. Sie erklärten ihm die Unverletzlichkeit der historischen Grenzen Böhmens und Mährens und traten für die Verteidigung des Tschechoslowakischen Staates ein. Schwarzenberg gehörte auch zu den 69 Vertretern, die noch im September 1939 dem Präsidenten Emil Hácha ihre Loyalität versicherten. So wie Fürst Karl, der zu den Verfassern dieser Deklarationen zählte, trat auch Fürst Adolf, Chef der Primogenitur, als Teil der Adelsvertreter für die Unterstützung von tschechoslowakischem Staat und Volk und somit gegen die Nationalsozialisten ein. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wurde auf Befehl Reinhard Heydrichs der Familienbesitz der Sekundogenitur unter Zwangsverwaltung gestellt und Fürst Karl war gezwungen mit seiner Familie nach Čimelice zu gehen. Dort veranlasste er im April 1945 die Bildung eines illegalen kommunalen Nationalkomitees, das einen Aufstand vorbereitete und nahm anschließend aktiv – wie auch sein Bruder Prinz Dr. Franz – am bewaffneten Maiaufstand gegen die deutschen Besatzer und deren Verbündeten teil.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Besitzungen des Orlíker Familienzweiges wieder rückerstattet, sollten 1948 allerdings bald wieder vom Tschechoslowakischen Staat eingezogen werden. Die Zwangsverwaltung der Besitzungen der Primogenitur hingegen wurde von der Zweiten Tschechoslowakischen Republik weitergeführt. 1947 erließ die Regierung schließlich die „Lex Schwarzenberg“ – ein Maßnahmengesetz gegen das Fürstenhaus, wodurch der gesamte Schwarzenberg´sche Besitz der Hauptlinie (Primogenitur) verstaatlicht wurde. Somit mussten die Schwarzenbergs ihre böhmische Heimat verlassen und führten die Betriebe in Österreich und Deutschland weiter.
Die veränderten politischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei nach 1989 ermöglichten grundsätzlich eine Besitzrückgabe. Aufgrund des Restitutionsgesetzes erfolgte die Rückgabe der beiden Schlösser Orlík und Čimelice sowie die Restitution von rund 12.000 ha Grundbesitz an Fürst Karl Johannes. Diese Restitution umfasste ausschließlich Güter der Sekundogenitur, der weit umfangreichere Besitz der Primogenitur ist nach wie vor in staatlicher Hand, da das Maßnahmengesetz aus dem Jahr 1947 weiterhin in Kraft ist.
Familienzweige
Bereits mit den Kindern Erkinger I. begann nach der Tradition der damaligen Zeit die Teilung der Güter auf die Söhne und somit die Verzweigung der Schwarzenbergs in zahlreiche genealogische Linien. Gleichzeitig bestanden über Jahrhunderte hinweg verschiedene Linien der Familie, wie z.B. die ältere bayerische Linie, welche mit Graf Georg Ludwig (1586 – 1646) erlosch und mit ihrem steirischen und fränkischen Erbe und dessen Rechten und Pflichten in der rheinischen Linie aufging. Die heutigen Fürsten zu Schwarzenberg entstammen dieser rheinischen Linie.
1979 fand die letzte Wiedervereinigung statt, in der die beiden fürstlichen Linien wieder zusammengeführt wurden. Diese Linien waren durch Fürst Ferdinand (1652-1703) als zwei unabhängige Majorate und Fideikommisse gestiftet worden und in seinem Testament festgehalten. Dem Fürstenhaus blieb jedoch über Generationen hinweg die Geburt zweier Söhne verwehrt, weshalb erst mit den Brüdern Fürst Joseph II. (1769-1833) die Primogenitur (auch Frauenberger-Linie) und mit Fürst Karl I. Philipp (1771-1820) die Sekundogenitur (auch Orlíker-Linie) entstanden.
Der kinderlose Fürst Dr. Adolf (1890-1950) aus der Primogenitur adoptierte seinen Cousin Prinz Dr. Heinrich (1903-1965) und setzte ihn als Generalbevollmächtigten ein. Prinz Heinrich übernahm die Verantwortung, da sein älterer, unverheirateter Bruder Fürst Joseph III. (1900-1979) das Erbe ihm zugunsten ausschlug. Prinz Heinrich zu Schwarzenberg heiratete im Jahr 1946 Prinzessin Eleonore zu Stolberg-Stolberg (1920-1994). Aus dieser Ehe stammte ihre einzige Tochter Prinzessin Elisabeth (1947), welche Rüdiger von Pezold (1941-2017) heiratete. Da die Primogenitur keinen männlichen Stammhalter hatte, entschied sich Prinz Heinrich zu Schwarzenberg im Jahr 1960 den Erbprinzen und späteren Fürsten Karl Johannes (1937-2023) aus der Sekundogenitur zu adoptieren und somit die beiden fürstlichen Linien wieder zu vereinigen. Mit dem Tod Fürst Josephs im Jahre 1979 übernahm Karl Johannes schließlich die Leitung des Hauses.
Von 1984 bis 1991 war Fürst Karl Johannes Präsident der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte. Von Anfang Juli 1990 bis Ende Juli 1992 leitete der Fürst, als Kanzler des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Vaclav Havel, die Präsidentschaftskanzlei am Hradschin in Prag. In den Jahren 2007 bis 2013 war Karl Johannes zu Schwarzenberg zweimal Außenminister, sowie einmal Vizepremierminister der Tschechischen Republik und während der EU-Ratspräsidentschaft Tschechiens im ersten Halbjahr 2009 Vorsitzender im Rat für Allgemeine Angelegenheiten. Heute untersteht die unternehmerische Leitung der Fürstlichen Familienbetriebe dem Fürsten Johannes (*1967), welcher mit Donna Francesca dei Duchi Riario Sforza (*1974) verheiratet ist. Die anderen Mitglieder des Fürstenhauses sind in verschiedenen privatwirtschaftlichen oder militärischen Diensten tätig.
Franken
Der Steigerwald im Fränkischen ist der geographische Ursprung der Familie. Ausgehend vom Ort Seinsheim beginnt die Geschichte der gleichnamigen Familie. Abgesehen von der Entstehungslegende wird mit Eispertus de Souvensheim im Jahr 1147 erstmals ein Familienmitglied als Lehensmann in den Fürstbischöflich Würzburg´schen Urkunden erwähnt. Die zwischen 1405 bis 1421 durch Erkinger I. erworbene Herrschaft Schwarzenberg wird 1429 die erste reichsunmittelbare Herrschaft der Schwarzenbergs. Die Herrschaft vererbt sich bis zu Graf Georg Ludwig (1586-1646) in der älteren bayerischen Linie, die im Jahr 1566 in den Grafenstand erhoben wurde. Graf Georg Ludwig vermachte nach seinem Tod die Herrschaft Schwarzenberg an seinen entfernten Vetter Graf Johann Adolf (1615 – 1683). Durch dessen Verdienste wurde 1670 die Herrschaft Schwarzenberg zur Gefürsteten Grafschaft erhoben.

Böhmen
Erste Besitzungen sind in Böhmen bereits unter Erkinger I. (1362-1437) dokumentiert, der sie aber wieder veräußerte. Die dauerhafte Ansiedelung kam erst mit Johann Adolf (1615 – 1683). Dieser erhielt im Jahr 1660 vom Erzherzog als Entschädigung für seine treuen Dienste die Herrschaft Wittingau in Böhmen. Seine kinderlose Tochter Fürstin Ernestine von Eggenberg (1649-1719) vermachte mit dem Aussterben der Familie ihres Mannes das Eggenberg´sche Vermögen und dem damit verbundenen Herzogtum Krumau/Český Krumlov ihrem direkten Neffen, dem Fürsten Adam Franz zu Schwarzenberg (1680-1732).

Bergisches Land
Erkinger II. (?-1510) folgte dem Kaiser und ließ sich in den Niederlanden nieder, dessen Sohn Wilhelm I. begründete durch seine Heirat die rheinische Linie des Hauses Schwarzenberg. Wilhelm II. (1511-1558/59) verlegte seinen Sitz auf Schloss Gimborn, welches er 1550 durch die Heirat mit Anna van der Harff (1530-1584) erworben hatte. Die Grafschaft Gimborn sollte bis 1782 im Familienbesitz bleiben und 1631 zur zweiten reichsunmittelbaren Herrschaft erhoben werden.
Aufgrund der Verdienste des Feldherrn Adolf zu Schwarzenberg (1551-1600) wurde diese Linie 1599 ebenfalls in den Grafenstand erhoben. Auch Johann Adolf (1615-1683), Erbe der bayerischen Linie und späterer Fürst, war ein Spross dieses Familienzweiges.

Steiermark
Graf Georg Ludwig (1586-1646), aus der älteren bayerischen Linie war in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges Staatsmann und Hofmarschall unter dem späteren Kaiser Ferdinand II. (1578-1637). Zudem erwies er sich als General im osmanischen Grenzgebiet. Er erhält als erstes Familienmitglied den Orden vom Goldenen Vlies. Durch seine Hochzeit 1617 mit Anna Neumann von Wasserleonburg (1535-1623), welche ihn „wie einen Sohn annahm“, gelangte die Herrschaft Murau in Familienbesitz. Da auch seine zweite Ehe mit Marie Elisabeth Gräfin von Sulz (1587-1651) kinderlos blieb, vererbte er seinem Vetter Graf Johann Adolf (1615-1683), dem späteren ersten Fürsten, sowohl die sterischen Besitzungen als auch den fränkischen Stammbesitz. Johann Adolf und die Generationen nach ihm vergrößerten diesen steirischen Besitz.

Zürich
Graf Johann Ludwig II. von Sulz (1648-1687), der ohne männlichen Erben blieb, erwirkte beim Kaiser, dass durch die Hochzeit seiner Tochter Maria Anna (1653-1698) mit Ferdinand zu Schwarzenberg (1652-1703) eine Fusion der beiden Familien stattfinden solle. Somit übertrugen sich alle Rechte und Pflichten, wie auch Titel und Wappen an das Haus Schwarzenberg. 1689 wurde der Klettgau zur gefürsteten Landgrafschaft erhoben und bildete die dritte reichsunmittelbare Herrschaft des Fürstenhauses Schwarzenberg. Fürst Joseph II. (1769-1833) verkaufte die Ländereien schließlich 1812 an das Großherzogtum Baden.
Bis in unsere Tage blieb das Zürcher bzw. das daraus resultierende Schweizer Bürgerrecht für alle Mitglieder des Hauses Schwarzenberg bestehen.

