Fürstlich Schwarzenberg´sche Familienstiftung

Historischer Kontext:

Ein Fideikommiss war eine auf rechtsgeschäftlicher Stiftung beruhende Bindung des Familiengutes. Das durch Stiftungsakt geschaffene unveräußerliche und unteilbare, einer bestimmten Erbfolge unterliegende Vermögen durfte üblicherweise auch nicht belastet werden. Ziel eines derartigen „Hausgesetzes“ war die Sicherung der sozialen Stellung und der vermögensrechtlichen Grundlage für die Familie über Generationen hinweg.

 

Johann Adolf Fürst zu Schwarzenberg erhielt die kaiserliche Bewilligung zur Errichtung eines Fideikommisses im Jahr 1676. Dessen Sohn, Ferdinand Fürst zu Schwarzenberg, errichtete schließlich mit seinem am 22. Oktober 1703 unterzeichneten Testament zwei Fideikommiss-Stiftungen. In diesem Testament wurden die Bedingungen festgesetzt, welche die Nachkommen bei der Nachfolge in den Schwarzenberg´schen Gütern zu erfüllen haben. Dies beinhaltete auch die Lebensweise der Erben einschließlich deren Pflichten gegenüber den Untertanen. Für weitere 100 Jahre wurden beide Fideikommisse von einem Familienoberhaupt weitergeführt, da es keine zwei männlichen Erben gab. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts teilte sich das Haus Schwarzenberg in zwei fürstliche Linien. Fürst Joseph II war nun Oberhaupt der Primogenitur mit dem ersten und reicheren Fideikommiss, Feldmarschall Karl I. Philipp wurde erster Fürst der Sekundogenitur in Worlik/Orlík. Die beiden Zweige sind heute wieder unter einem Familienoberhaupt vereint.

Stiftungsgründung:

In dieser Tradition wurde mit 1. Jänner 1989 von Fürst Karl Johannes von Schwarzenberg die „Fürstlich Schwarzenberg´sche Familienstiftung“ in Vaduz gegründet, der heute die meisten österreichischen, deutschen und tschechischen  Besitzungen angehören. Folgende Überlegung war dafür ausschlaggebend: Durch diese  Rechtsform ist die ungeteilte Erhaltung des Familienbesitzes sichergestellt, womit  eine bedeutende Entscheidung in der Familien- und Besitzgeschichte getroffen wurde, damit der Familienbesitz in zeitgerechter Rechtsform für die nächsten Generationen in möglichst ungeschmälertem Umfang gesichert werden kann. Dadurch sollen nicht nur alle ökonomischen und ökologischen Aufgaben erfüllt , sondern auch der Erhalt der kulturellen Werte ermöglicht werden.

geschäftsführende Gesellschaft

Schwarzenberg Holding GmbH

Die Schwarzenberg Holding GmbH führt die Geschäfte aller Betriebe und Betriebszweige der Fürstlich Schwarzenberg´schen Familienstiftung in Murau, Wien und der Domäne Schwarzenberg in Mittelfranken, Deutschland und hat die Bewirtschaftung sämtlicher Besitztümer sicherzustellen. Die Geschäftsführung obliegt Fürst Johannes von Schwarzenberg und Oberforstmeister DI Christian Bogensperger.

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