Geschichte Schloss Murau

400 Jahre Schloss Murau

Die Liechtenstein´sche Burg, von der leider keine Darstellung überliefert ist, und ihre Anlage waren in der damaligen Zeit für Wehrzwecke nutzlos geworden und so ließ Georg Ludwig im Jahre 1628 die alte Burg abtragen und das neue Schloss Murau errichten. Durch den 30-jährigen Krieg hatte er sein Stammschloss Schwarzenberg in Mittelfranken verloren, weshalb er einen Sitz für wohnliche Zwecke mit großen, hellen Räumen und Stuckdecken errichten ließ. Der Rohbau war in zwei Jahren bis 1630 bereits fertig, doch die Innenausstattung einschließlich der Schlosskapelle wurde erst im Jahr 1643 abgeschlossen.

Mit dem Bau von Schloss Murau wurden bekannte Meister aus der Heimat des Bauherrn, Mittelfranken, beauftragt: Baumeister war Valentin Kaut aus der Gegend um Würzburg, der Steinmetzmeister Hans Dirolf stammte aus Bibern (Markt Bibart) und der Zimmermeister Michael Pockh aus Schwarzenberg. Der ockerfarbene Tuffstein, der für die Fenster- und Torumrahmungen sowie die Säulen Verwendung fand, wurde lokal gewonnen. 1641 war der Bau soweit abgeschlossen, dass der Mailänder Stuckateur Giuseppe Pazarino im zweiten Stockwerk und in der Schlosskapelle ans Werk gehen konnte.

Einige Jahrzehnte nach dem Bau schienen die Mauern des Schlosses auseinanderzubrechen. Ein starkes Erdbeben am 4. Dezember 1690 verschlimmerte die Situation noch weiter – große Spalten und Klüfte waren an den Hauptmauern sichtbar. Nach Begutachtung der Schäden konnten diese aber durch das Einziehen von Eisenschließen und das Anbringen zweier Pfeiler behoben werden.

Gemeinsam mit der Stadtpfarrkirche prägt der mächtige Renaissancebau bis heute das typische Antlitz des Städtchens Murau.

Zwischen Juni und September werden Führungen durch das Schloss Murau angeboten.

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